Der österreichische Choix Goncourt

Der Prix Goncourt ist der prestigeträchtigste Preis für frankophone Literatur und wird jedes Jahr in Paris von der Académie Goncourt vergeben. Der Auslands-Prix Goncourt wurde 1998 auf Initiative des Institut français in Krakau mit Unterstützung der Académie Goncourt ins Leben gerufen. Dieser soll der französischen Literatur im Ausland eine Plattform bieten sowie ein Sprachrohr für StudentInnen sein, damit sich diese öffentlich zur französischen Literaturproduktion äußern können und zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen frankophonen Literatur angeregt werden.

2020 hat sich Österreich jenen Ländern angeschlossen, die alljährlich ihre Auswahl für den renommierten Preis treffen. 30 StudentInnen der Universitäten Wien, Graz, Innsbruck, Salzburg und Klagenfurt haben sich mit den Werken der vier Goncourt-FinalistInnen 2019 beschäftigt. Am 16. Jänner 2020 traten diese schließlich als Jury im französischen Kulturinstitut in Wien zusammen und vergaben nach ausführlicher Debatte und in Anwesenheit der Ehrenpräsidentin der Jury Raphaela Edelbauer den österreichischen Prix Goncourt an Amélie Nothomb für ihr Werk „Soif“. Die Veranstaltung fand unter der Ägide zweier Vertreter der Académie Goncourt statt, Paule Constant und Tahar Ben Jelloun, die dafür eigens aus Frankreich angereist waren.

Im Anschluss an die Veranstaltung verfassen die StudentInnen nun eine Literaturkritik über das Werk der Preisträgerin – die siegreiche Kritik wird mit einer Reise nach Paris im April 2021 belohnt, wo der Gewinner mit den Mitgliedern der Académie Goncourt im legendären Restaurant Drouant zu Mittag essen wird.

Sollte die aktuelle sanitäre Krisensituation diese Reise nicht zulassen, wird der Sieger ersatzweise zu einem Videokonferenz-Interview mit den Mitgliedern der Académie Goncourt eingeladen und erhält einen Stapel Bücher.

Kontakt: cornelia.schmidmayr@institufr.at

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