Sommerkino im Institut français !

Vom Papier auf die Leinwand : Literarische Adaptionen für das Kino

Originalsprache mit deutschen oder englischen Untertiteln

kostenlos, max. 20 Zuschauer

Reservierung erforderlich unter: culturel@institutfr.at 

Seit seinen Anfängen hat sich das Filmschaffen oftmals auf literarische Quellen gestützt, filmische Adaptionen von literarischen Werken sind in der sogenannten siebten Kunst weit verbreitet. So hatte etwa George Méliès bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts das fantastische Universum des Schriftstellers Jules Verne als Vorlage für seinen Kurzfilm „Le Voyage dans la lune" (1902) herangezogen. Nennenswerte Filme dieses Genres sind weiters „Le Mystère de la chambre jaune" und „Le Parfum de la dame en noir", Verfilmungen zweier Werke von Gaston Leroux aus dem Jahr 1913 durch Emile Chautard und Maurice Tourneur oder „La Porte des Lilas" von René Clair (1956), eine Adaption von René Fallets Roman „La Grande Ceinture" sowie „Les Misérables" nach der Romanvorlage von Victor Hugo, deren Erstverfilmung 1925 entstand und der ein Dutzend weitere folgen sollten.

Mehr oder weniger originalgetreue Verfilmungen literarischer Werke werfen eine Vielzahl von Fragen auf und können mitunter heftige Debatten auslösen. Manchmal wird die filmische Bearbeitung als getreue Wiedergabe, manchmal als Verrat am Original empfunden, bisweilen wird sie gar als unrechtmäßig oder als Verfälschung eines Werkes angeprangert.

Von 6. Juli bis 3. August lädt Sie das Institut français d'Autriche herzlich ein zum Sommer-Kino mit dem Genre-Schwerpunkt Literaturverfilmungen. Fünf Spielfilme nach Vorlage von Romanen, Erzählungen und Comics werden in der Mediathek des Institut français gezeigt. Eine wunderbare Gelegenheit, um gemeinsam und inmitten von Büchern die große Vielfalt der französischen Literatur und des französischen Kinos zu erleben!

Montag, 6. Juli: Le Silence de la mer („Das Schweigen des Meeres") von Jean-Pierre Melville, 1949

In Anlehnung an die Novelle von Vercors (Editions de Minuit, 1941)

1941 wurde vom Verlag „Editions de Minuit clandestines" ein schmales Bändchen herausgebracht, „Le Silence de la mer", dessen Autor sich hinter dem Pseudonym Vercors verbarg. Historischer Kontext waren die Anfänge der Résistance, der französischen Widerstandsbewegung. Ein deutscher Offizier, Werner von Ebrennac, der sich für die französische Kultur begeistert und aufgrund künstlerischer und ästhetischer Gemeinsamkeiten an eine Annäherung der beiden Länder glaubt, ist nach dem Waffenstillstand von 1940 in Frankreich bei einem alten Mann und dessen Nichte untergebracht. Bei seiner allabendlichen Begrüßung der Quartiergeber lässt er diese an seiner Gedankenwelt teilhaben. Jean-Pierre Melville, selbst Veteran der Freien Französischen Streitkräfte, verfilmte 1947 diese Novelle Vercors unter großer Geheimhaltung - eine Drehgenehmigung von der nationalen Filmbehörde hatte er nie erhalten.

In nur siebenundzwanzig Tagen auf authentischen Schauplätzen und mit begrenzten Mitteln gedreht, gilt das "Das Schweigen des Meeres" als einer der Wegbereiter der Nouvelle Vague.

Montag, 13. Juli: Quai d’Orsay von Bertrand Tavernier, 2013

Filmische Adaption des Comics von Christophe Blain und Abel Lanzac (Dargaud, 2010 und 2011)

Der junge Akademiker Arthur Vlaminck bekommt einen Job beim Außenministerium und wird rasch zur rechten Hand des Obersten der französischn Diplomatie. In einer von Ambitionen zerfressenen Arbeitswelt und vor dem Hintergrund einer internationalen Krise wird dem jungen Vlaminck schmerzlich bewusst, dass es kein Leichtes ist, das Sprachrohr des Quai d'Orsay zu sein. Mit dieser Verfilmung des Comics von Christophe Blain und Abel Lanzac gelingt Bertrand Tavernier dank seines gnadenlos scharfen Blicks eine beißende Satire auf die Politwelt.

Montag, 20. Juli: La Douleur („Der Schmerz") von Emmanuel Finkiel, 2017

Filmische Adaption des Romans von Marguerite Duras (P.O.L, 1985)

Im Juni 1944 befindet sich Frankreich noch immer unter deutscher Besatzung.  Der Schriftsteller Robert Antelme, eine der Hauptakteure der Résistance, wird verhaftet und deportiert. Seine junge Frau Marguerite, Schriftstellerin und Widerstandskämpferin, ist vollkommen zerfressen von der namenlosen Angst, den geliebten Menschen niemals wiederzusehen. Das Ende des Krieges und die Befreiung der Lager ist für Marguerite der Beginn eines schier unerträglichen Wartens, einer qualvollen und lautlosen Agonie inmitten der Wirren der Befreiung von Paris. 

Montag, 27. Juli: Un amour impossible von Catherine Corsini, 2018

Verfilmung des autobiographischen Romans von Christine Angot (Flammarion, 2015)

Dieser Film erzählt die Geschichte einer unmöglichen Liebe und eines langjährigen Familiendramas von den 1950-er Jahren bis heute. In Châteauroux trifft die bescheidene Büroangestellte Rachel auf Philippe, einen brillanten jungen Mann aus bürgerlichen Kreisen. Aus dieser leidenschaftlichen, aber kurzen Affäre geht eine kleine Tochter hervor, Chantal. Philippe weigert sich, Rachel zu heiraten, die ihre Tochter alleine großzieht und erbittert darum kämpft, dass Philippe die Vaterschaft und die Beziehung offiziell anerkennen möge. Dieser jahrzehntelange zermürbende Kampf zerstört letztendlich das Leben beider Frauen.

Montag, 3. August: Polina, danser sa vie („Polina") von Angelin Preljocaj und Valérie Müller, 2016

Filmische Adaption des Comics von Bastien Vivès (Casterman, 2011)

Im Russland der 1990-er Jahre steht die Tänzerin Polina kurz davor, in das Ensemble des Bolschoi-Ballets aufgenommen zu werden, doch der Eindruck einer zeitgenössischen Tanzvorführung erschüttert sie in ihren bisherigen Überzeugungen. Sie beschließt, alles aufzugeben und geht nach Aix-en-Provence, um mit der talentierten Choreografin Liria Elsaj zusammenzuarbeiten und ihren eigenen Weg zu finden.

Art
Kino
Sprache
Französisch

Termine

Wien
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